Journal · 24.09.2026 · 2 Min. Lesezeit

Zwei Jahreszeiten, ein Berg

Warum ich jedes Jahr wieder in dieselben Berge fahre – im Sommer zu Fuß, im Winter auf dem Snowboard – und was sich zwischen den beiden Jahreszeiten eigentlich nicht verändert.

Berge im Hintergrund von Hüttenhäusern in Schladming Österreich

Es gibt Orte, an die ich nicht nur einmal fahre, sondern jedes Jahr wieder. Die Alpen gehören für mich dazu – im Sommer zum Wandern, im Winter auf dem Snowboard. Zwei völlig unterschiedliche Jahreszeiten, derselbe Berg, und trotzdem fühlt sich beides wie ein Zuhause auf Zeit an.

Sommer: zu Fuß unterwegs

Im Sommer ist alles langsamer. Ein Weg, der sich stundenlang durch Wald und Geröll zieht, bevor er über die Baumgrenze führt. Kein Motor, kein Lift, nur die eigenen Beine und das Tempo, das der Berg vorgibt. Genau das mag ich daran – man kann nicht schneller sein, als man ist.

Wenn ich oben ankomme, ist das erste, was ich mache, immer dasselbe: stehen bleiben und schauen. Nicht sofort die Kamera zücken, nicht sofort weiterlaufen. Erst mal ankommen. Das Bild kommt danach von allein.

Winter: derselbe Berg, ganz anderes Tempo

Im Winter kehrt sich das komplette Gefühl um. Statt Langsamkeit – Geschwindigkeit. Statt Stille – der Wind, der einem um die Ohren pfeift, während das Brett über den Schnee schneidet. Snowboarden ist für mich das komplette Gegenteil vom Wandern, und genau deshalb brauche ich beides.

Der Berg, den ich im Sommer Schritt für Schritt erklommen habe, rutsche ich im Winter in wenigen Minuten wieder hinunter. Gleicher Ort, gleiche Hänge, aber ein komplett anderes Erlebnis. Es ist fast so, als würde man denselben Menschen zu zwei unterschiedlichen Zeiten seines Lebens treffen.

Was bleibt, wenn sich alles ändert

Was Sommer und Winter am Berg verbindet, ist nicht das Tempo, nicht die Ausrüstung, nicht mal die Landschaft, die sich unter Schnee komplett anders anfühlt als im Sommer. Es ist das Gefühl danach – dieses eine Mal im Jahr, in dem der Kopf wirklich leer wird, weil der Körper zu beschäftigt ist, um an irgendetwas anderes zu denken.

Ich glaube, deshalb komme ich immer wieder zurück. Nicht wegen der Aussicht allein, sondern wegen dem, was der Berg mit einem macht – jedes Mal ein bisschen anders, und jedes Mal genau das, was gerade gebraucht wird.

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